hundeerziehung - abc.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Hundeerziehung - Wissen Konditionierung - was ist das?

Konditionierung - was ist das?

Benutzerbewertung: / 19
SchwachPerfekt 

Hundeerziehung -   - Konditionierung

Wer von Hundeerziehung durch positive Verstärkung spricht oder seinem Hund etwas beibringt (wie zum Beispiel Sitz) bedient sich Mechanismen der Konditionierung. Es ist wichtig, die Grundprinzipien zu kennen, um sie richtig anwenden zu können.

Klassische Konditionierung

Bei der klassischen Konditionierung geht es darum, dass einem unbedingtem Reflex (zum Beispiel Speichelfluss), der normalerweise in der Natur des Hunde liegt und normalerweise von eine unbedingten Reiz (zum Beispiel Futter) automatisch ausgelöst wird, einen begingten Reiz (konditionierten Reiz) hinzufügt, der einen sehr ähnlichen Reflex auslöst (bedingter Reflex): Beispiel: Ein Paradebeispiel für die klassische Konditinierung ist der Pawlowsche Hund. Wer ihn nicht kennt, kann im Netz mal danach suchen. Dabei wurde einem Hund zeitgleich mit dem Vorsetzen des Futters einen Glockenton vorgespielt. Nach gewisser Zeit reichte der Glockenton, damit es beim Hund zu vermehrten Speichelfluss kam. Der Hund wurde auf den Glockenton klassisch konditioniert.

Wir alle nutzen unbewusst die klassische Konditionierung. Wenn ein Hund beim leisesten Rascheln der Leckerlie freudig angerannt kommt in Erwartung eines Leckerchens, so liegt es an der Konditionierung. ;) Häufige Einsatzgebiete klassischer Konditionierung ist zum Beispiel zur Konditionierung sogenannter Sekundärverstärker oder im Rahmen von Gegenkonditionierung.

 

Operante Konditionierung


Operante Konditionierung ist eine Lerntheorie der behavioristischen Lernpsychologie. Vereinfacht ausgedrückt besagt diese Theorie: Die Häufigkeit eines Verhaltens wird durch seine angenehmen oder unangenehmen  Konsequenzen beeinflusst. Bedeutet: Folgt unmittelbar auf ein gezeigtes Verhalten (zum Beispiel "sich setzen") ein angenehme Kosequenz, (zum Beispiel ein Leckerchen) so wird das Verhalten verstärkt und zukünftig häufiger gezeigt. Bei einer unangenehmen Kosequenz wird das Verhalten zukünftig seltener gezeigt. Im Fokus der Betrachtung steht (im Gegensatz zur instrumentellen Konditionierung)  zufälliges, spontanes Verhalten ohne dass dieses einen bestimmten Zweck verfolgt.

Beispiel: Ein Hund setzt sich zufällig. Er bekommt dafür sofort ein Leckerchen, eine Verstärkung. Er wird das Verhalten zukünftig häufiger zeigen.

 

Instrumentelle Konditionierung

Die instrumentelle Konditionierung beschreibt praktisch einen sehr ähnliches Vorgang. Der Unterschied ist, dass hierbei kein spontan gezeigtes Verhalten verstärkt wird, sondern der Hund eigenständig durch "Trial & Error" Verhaltensweisen zeigt um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und aus den Konsequenzen lernt. Im Fokus der Betrachtung steht also instrumentelles Verhalten, das gezeigt wird um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Beispiel: Klassisches Beispiel sind sogenannte Intelligenzspiele, bei denen Hunde Leckerchen (die Verstärkung) erhalten, wenn Sie beispielsweise einen bestimmten Knopf drücken, damit sich eine Schublade in der Box öffnet, in der das Leckerchen versteckt ist. Der Hund findet raus, was richtig ist und wird automatisch verstärkt - oder eben auch nicht. Drückt er den falschen Knopf kommt er nicht zum Erfolg, drückt er den richtigen Knopf kommt er zum Erfolg.Das Verhalten wird verstärkt.

Dieses Prinzip  zeigt sich an vielen Stellen hündischen Verhaltens.

Anmerkung : Verhalten, das durch seine angenehmen oder unangenehmen Konsequenzen  beeinflusst wird, wird  als "operantes Verhalten" bezeichnet.  Die Bezeichnung "instrumentelle Konditionierung" oder instrumentelles Verhalten drückt aus, dass es sich bei dem Verhalten um ein Instrument handelt, um bestimmte Ziele zu erreichen, zum Beispiel belohnung. Diese beiden Bereiche fliessen also ineinander über.  Als Fazit bleibt festzuhalten: Folgt einem Verhalten eine angenehme Konsequenz, so wird es verstärkt gezeigt. Folgt einem Verhalten eine unangenehme Konsequenz, so wird seltener gezeigt.

 

Extinktion

Extinkion bedeutet, dass ein konditioniertes Verhalten, bei dauerhaftem Ausbleiben der Verstärkung (nach einer vorübergehenden Verstärkung des Verhaltens) gelöscht wird. Dabei kann es zu spontanen Erholungen kommen.

Beispiel: Ihr Hund bekommt für ein "Sitz" ab sofort keine Belohnung mehr. Zunächst wird er seine Bemühungen verstärken, bis er sich nicht mehr auf Kommando setzen wird. Das Verhalten wurde gelöscht.

Doch was sind eigentlich Verstärker? Lesen Sie mehr im Kapitel Positive und Negative Verstärker

 

Kommentare

Name *
E-Mail (für Bestätigungen & Antworten)
URL
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
 

Hundeerziehung - Suche

Hundeerziehung - Lesen Sie:

Verwandte Beiträge

Facebook - Gefällt mir