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Hundeerziehung - Wissen Differenzierung

Belohnung differenzieren

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Richtig belohnen: Differenzierung

Viele Menschen neigen während der Hundeerziehung dazu, als Belohnung schnödes und langweiliges Trockenfutter zu verwenden, was es ohnehin immer gibt. Ferner nutzen Sie für jede Übung die gleiche Belohnung. Auch das ist falsch oder zumindest kontraproduktiv.

Man muss sich von der Vorstellung trennen, dass Hunde Übungen uns zu Liebe ausführen. Hunde sind, auch wenn es desillusionierend wirkt, berechnende Wesen, die in jeder Situation genau das Verhalten zeigen, welches für Sie am lohnendsten erscheint. Das heisst nicht, dass Hunde uns nicht  mögen, nicht gern arbeiten oder nicht gern bei uns sind, aber sie stehen häufig in einem inneren Konflikt. Gehe ich schnüffeln oder komme ich zum Herrchen? Renne ich einem Hasen hinterher, oder setze ich mich. Das ist auch der Grund, warum Übungen nicht ausgeführt werden. Es ist keinesfalls so, dass ein Hund eine Übung nicht ausführen will, sonder vielmehr so, dass er sie nicht ausführen kann, weil ein anderer Reiz in der aktuelle Situation zu groß ist.  Dieses muss man einfach berücksichtigen. Hunde stellen gewissermaßen unterbewusst eine Kosten / Nutzen - Analyse an.

Belohnung differenzieren

Nehmen wir an,  ihr Hund soll sich setzen. Das ist eine absolut einfache Übung. Er muss einfach seinen Hintern fallen lassen, genau da wo er gerade ist. Das bedeutet übersetzt, dass er mit nur ganz wenig Aufwand ganz einfach ein Leckerchen (oder eine andere Belohnung) abstauben kann.

Nehmen wir hingegen als Beispiel einen Rückruf aus vollem Lauf während eines Jagdspiels mit seinen Freunden. Der Hund muss Ihren Rückruf wahrnehmen ( was schwer genug ist ) ein absolut hochgradig befriedigendes Tun mit hohem Triebanteil  abbrechen und sofort zu Ihnen zurückkommen.

Wenn Sie beide Verhaltensweisen mit einem Brocken Trockenfutter belohnen, was es ohnehin zum Frühstück gab: Welches Verhalten wird ihr Hund vermutlich eher ausführen? Das Sitz oder den Rückruf? Das Kosten / Nutzen - Verhältnis wäre in dieser Situation beim Rückruf absolut uninteressant.

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf Arbeitssuche und haben zwei Angebot, von denen Sie eines annahmen müssen. In beiden Jobs verdienen Sie 2000,- € im Monat. Job Nr. 1  ist ein Halbtagsjob als Empfangsdame / Empfangsherr. Sie müssen jeden Tag ca. 4 Stunden Telefonate entgegennehmen und weiterleiten. Job Nr. 2 ist eine Vollzeitstelle bei einem Gerüstbauer. Sie müssen ca. 10 Stunden am Tage in schwindelnder Höhe schwere körperliche Arbeit verrichten. Wie würden Sie sich entscheiden?

Was ich damit sagen will: Belohnen Sie differenziert. Übungen die anspruchsvoller sind, sollen besser belohnt werden, als anspruchslose.

Eine weitere Möglichkeit der Differenzierung bietet sich bei der Verfeinerung von Übungen. Nehmen wir an Ihr Hund setzt sich meistens nur sehr schleppend. Manchmal, jedoch nur selten, auch blitzschnell. Jedesmal bekommt er dafür ein Stück Trockenfutter. Welche Information vermitteln Sie Ihrem Hund? Richtig. Es ist vollkommen egal, wie schnell Du Dich setzt. Wenn es Ihnen egal ist, ist das auch vollkommen in Ordnung. Wenn Sie jedoch möchten, dass ihr Hund sich schnell setzt, müssen Sie ihm das auch mitteilen. Das geht auch über differenzierte Belohnung. Belohnung Sie in diesem Fall ein schnelles "Sitz" mit einem tollen Leckerlie. Wenn er sich langsam setzt wählen Sie ein "schlechteres" Leckerchen oder loben den Hund nur. Sehr bald wird er diese Differenziereung merken und entsprechend handeln. Wichtig: Verfeinern Sie immer nur einen Aspekt einer Übung gleichzeitig.

 

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