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Hundeerziehung - Wissen

Rückruf

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Hundeerziehung - Rückruf

Der Rückruf ist meiner Meinung nach das wichtigste Kommando überhaupt. Der Hund soll auf Ihr Signal hin absolut jedes Tun sofort unterbrechen und auf schnellstem Wege zu Ihnen zurückkommen, ohne sich auf dem Weg ablenken zu lassen. Nur wenn der Rückruf des Hundes zuverlässig klappt, kann ihr Hund die Freiheit geniessen, ohne Leine zu laufen.

Wie also den Rückruf trainieren? Auch hierbei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Zunächst jedoch sollten wir differenzieren ob wir den Rückruf mit eine Welpen oder einem erwachsenem Hund trainieren. Welpen haben nämlich einen natürlichen "Folgetrieb", den man sich hierbei bestens zu Nutze machen kann. Sie tapsen uns nämlich ohnehin überall hinterher.

Hundeerziehung - Rückruf - Welpen: Beispiel: 1

Ihr Welpe tapst Ihnen ohnehin hinterher. Entfernen Sie sich einige Meter von Ihrem Welpen. Ihr Welpe wird auf Sie zulaufen. Sollte ihr Welpe nicht direkt folgen, entfernen Sie sich einfach noch ein bisschen weiter. Früher oder später wird er erschrocken feststellen, dass Sie weitergegangen sind und Ihnen zügig folgen.  Sobald ihr Welpe zu Ihnen sich auf den Weg zu Ihnen macht, (.bzw idealerweise kurz vorher) geben Sie ihr Rückrufsignal. Sobald er bei Ihnen angekommen ist, freuen Sie sich als gäbe es keinen morgen  und belohnen den Welpen mit einem ganz besonderen Leckerchen oder sonst einer Belohnung. Wichtig: Bleibt ihr Welpe bei Ihnen belohnen Sie ihn alle paar Sekunden weiter. Ihr Hund soll ja lernen zu Ihnen zu kommen und bei Ihnen zu bleiben bis Sie ihn freigeben und nicht nur schnell ein Leckerchen abzustauben und sich wieder auf dem Weg machen. Schon bald wird der Welpe das Signal verknüpft haben und auf das Signal zu Ihnen kommen. Testen Sie es. Sobald es soweit ist  gehen Sie einen Schritt weiter. Bitte denken Sie bei allen Übungen, besonders beim Rückruf, an die Kapitel Grundlagen. Steigern Sie in kleinen Schritten die Ablenkung und sichern Sie den Rückruf später im Bedarfsfall mit einer Schleppleine ab. Wie das geht, erfahren Sie im Kapitel Schleppleinentraining.  Wichtig: Lassen Sie beim Training den Hund nach jedem Rückruf wieder frei.

Wichtig: Halten Sie bei der Übung kein Futter oder Belohnung als Lockmittel in der Hand, sonst wird ihr Hund später nicht zuverlässig kommen, wenn Sie das Lockmittel nicht in der Hand halten.

Hundeerziehung - Rückruf - erwachsene Hunde: Beispiel: 1

Wenn Sie mit einem erwachsenem Hund einen Rückruf neu aufbauen müssen, müssen Sie eventuell etwas anders vorgehen, da ein erwachsener Hund nicht mehr den Trieb hat, Ihnen blind zu folgen. Der wesentliche Unterschied ist eigentlich nur, dass Sie dafür sorgen müssen, dass ihr Hund zu Ihnen kommt  Eine mögliche Vorgehensweise ist diese.

Entfernen Sie möglichst alle Ablenkungen, damit Sie das Spannendste im Raum sind.  Sorgen Sie für die Aufmerksamkeit des Hundes und entfernen Sie sich von ihm.  In der Regel reicht das aus, damit Ihnen der Hund folgt. Geben Sie in dem Moment in welchem der Hund zu Ihnen kommt (bzw. idealerweise kurz vorher) ihr Rückrufsignal.   Wenn er  nicht direkt folgt, machen Sie sich etwas spannend.  Sobald ihr Hund bei Ihnen ist, wird wieder fleissig belohnt und gelobt. Wenn dies zuverlässig klappt und ihr Hund nun auf Ihr Signal zu Ihnen kommt,  steigern Sie allmählich die Ablenkung. Der Hund wird nicht mehr aus einer passiven Position (Stehen) abgerufen, sondern wir bauen leichte Ablenkungen ein. Zum Beispiel eine andere Person, ein Leckerchen auf dem Boden, ein Spielzeug etc. Gehen Sie dabei in kleinen Schritten vor. Welche Ablenkung Sie zuerst einbauen, hängt von der individuelle Veranlagung Ihres Hundes ab.  Dies müssen Sie entscheiden.   Erst wenn der Rückruf auch unter großrer Ablenkung (zum Beispiel fütternde zweite Person oder voller Napf) zu Hause zuverlässig funktioniert, gehen Sie nach draußen und trainieren weiter indem Sie auch draußen die Ablenkungen langsam steigern. Bitte denken Sie bei allen Übungen, besonders beim Rückruf, an die Kapitel Grundlagen. Steigern Sie in kleinen Schritten die Ablenkung und sichern Sie den Rückruf später im Bedarfsfall mit einer Schleppleine ab. Wie das geht, erfahren Sie im Kapitel Schleppleinentraining. Wichtig: Lassen Sie beim Training den Hund nach jedem Rückruf wieder frei.

Wichtig: Halten Sie bei der Übung kein Futter oder Belohnung als Lockmittel in der Hand, sonst wird ihr Hund später nicht zuverlässig kommen, wenn Sie das Lockmittel nicht in der Hand halten.

Hundeerziehung - Rückruf: Häufige Fehler

Bei vielen Hunden ist der Rückruf leider immer noch Glücksache oder ein zuverlässiger Rückruf nutzt sich ab. Hier finden Sie einige Informationen warum das so sein kann. Bitte denken Sie immer daran, dass der Rückruf für den Hund enorm schwierig ist. Viel schwieriger als ein Sitz oder Platz. Schließlich verlangen wir vom Hund, dass er auch mitten aus dem Spiel mit seinen Kumpels, oder aus vollem Lauf hinter einem Hasen (wenn er dann doch mal durchgestartet ist)  sofort zu Ihnen kommt. Das ist Höchstleistung für den Hund. Genau aus diesem Grund muss der Rückruf so positiv wie nur irgend möglich verknüpft sein, damit er mit dem konkurrierendem Reiz (zum Beispiel ein anderer Hund) mithalten kann. Es muss sich für den Hund lohnen, alles stehen und liegen zu lassen um zu Ihnen zu kommen. Neben den allgemeinen Fehlern (die Sie im Kapitel Grundlagen finden) liegen folgende häufige Fehler oft zu grunde.

Fehler 1:

Schimpfen. Viele Menschen kennen das sicherlich. Sie rufen Ihren Hund. Er kommt nicht oder nur sehr zögerlich. Sie rufen wieder und schimpfen. Innerlichen kochen Sie bereits vor Wut. Die Stimme wird immer lauter und ernster. Man versucht den Hund damit zum Kommen zu bewegen. Leider kann ihr Hund in dieser Situation unter Umständen nicht kommen und verhält sich vollkommen richtig.  Während Sie eigentlich möchten, dass ihr Hund sofort und freudig zu ihnen kommt, signalisieren Sie ihm durch Gestik, Mimik, Körpersprache und Stimme: Bleib bloß weg hier, sonst gibt richtig Saures! Hunde reagieren extrem auf Körpersprache. Vielleicht sogar, bleibt ihr Hund  auf dem Weg zu Ihnen stehen, um Sie zu beschwichtigen , während Sie das Verhalten missdeuten und immer bedrohlicher wirken.  Sorgen Sie dafür, dass ein Rückruf ein freudiges Ereignis ist und rufen Sie ihren Hund nicht, wenn Sie nicht sicher sind dass er kommen wird oder Sie das Kommando durchsetzen können.

Fehler 2:

Rückruf = Ab nach Hause. Viele Hundehalter reduzieren einen zuverlässigen Rückruf irgendwann nur auf den praktischen Gebrauch. Sie rufen ihren HUnd nur noch wenn es nach HAuse geht. Beudetet: Hund hat Freilauf und Spass, er wird gerufen, er kommt, wird angeleint, dann geht es nach Hause. Der Hund lernt schnell, dass der Rückruf bedeutet: Der Spass ist zu Ende. Nur logisch, dass er keine Lust hat zu kommen. Es spricht nichts dagegen den Hund zum Anleinen zu rufen - sofern Sie immer wieder den Rückruf weiter trainieren und positiv verknüpfen. Lassen Die den Hund im Training nach dem Rückruf wieder frei.

Fehler 3:

Übermotiviertes Training. Natürlich ist der Rückruf wichtig, was allerdings viele Hundehalter dazu verleitet, diesen wie wahnsinnig zu üben. Nur weil der Rückruf wichtig ist, sollten Sie diesen nicht 50 x täglich üben. So nutzt sich der Rückruf ab und wird langweilig. 3 - 4 mal am Tag reicht vollkommen aus. Wenn mal ein Tag Pause dazwischen ist, ist auch nicht verkehrt.

Fehler 4:

Belohnung lässt nach. Häufig sehe ich Menschen die mit ihren Welpen den Rückruf trainieren. Diese veranstalten eine regelrechte Party vor Freude, wenn der Welpe kommt. Da wird gelobt, gespielt, Leckerchen geworfen, gequiekt und was nicht alles.   Die selben Menschen treffe ich 1 Jahr später mit ihrem ausgewachsenen Hund. Der Hund wird gerufen. Er kommt. Er bekommt ein schöndes Stückchen Trockenfutter mit den Worten "Fein". Man muss auch einen Rückruf irgendwann nicht jedesmal belohnen (was ich durchaus tue - nur bei diesem Kommando), jedoch sollte man aufpassen, dass die Motivation nicht sinkt. Der Rückruf sollte immer absolut außergewöhnlich belohnt werden. Bleiben Sie spannend.

 

 

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