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"Hundezucht vs Vermehrer"

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Kaum ein Thema in der Hundewelt führt regelmäßig zu derart heftig kontroversen Diskussionen inklusive massiver Eskalationen und Entartungen wie die Frage nach der Fortpflanzung unserer Hunde.  Gegenseitig werden häufig heftigste Vorwürfe erhoben. Von einer Einigkeit darüber was "verantwortungsvolle Hundezucht" bedeuten soll, ist man sehr weit entfernt obgleich es Verbände wie der VDH gern anders darstellen.  Diese Thematik ist derart vielschichtig und facettenreich, dass sicherlich nicht alle Aspekte in einem Artikel umfassend besprochen werden können.

Dennoch möchte ich versuchen in dieser kontroversen Diskussion den Fokus auf die richtigen und wichtigen Aspekte zu lenken.

 

Selbstverständlich muss man für Nachwuchs sorgen. Würden sich Hunde ab morgen nicht mehr fortpflanzen, so würden sie einfach in wenigen Jahren aussterben. Dieser Umstand wirft natürlich die Frage auf, wie die Fortpflanzung geregelt sein sollte. Ausreichende gesetzliche Bestimmungen sucht man vergeblich. So wehrt der ewige Streit zwischen den Zuchtverbänden, verbandsfreien Züchtern und Familienzuchten.

 

Was aber unterscheidet einen verantwortungsvollen "Hundezüchter" von einem abwertend gemeinten "Vermehrer"?

Ganz sicher nicht eine Verbandszugehörigkeit. Obwohl der Anschluss an einen Verband dringend anzuraten ist und nach außen sicherlich ein erstes Indiz für eine verantwortungsvolle Hundezucht, ist er noch lange keine Garantie.  Es  gibt sowohl bei verbandsangehörigen Züchtern als auch Hobbyzuchten sowohl Kompetenz und einen verantwortungsvollen Umgang als auch  desaströse Zustände.

Ganz sicher auch nicht die Frage nach der Rasse. Jeder Hund, ob groß, klein "reinrassig" oder Mischling hat eine Existenzberechtigung und verdient es mit der gleichen Wertschätzung zu leben und geliebt zu werden. Verantwortungsvolle Zuchtverbände sollten dringend umdenken und auch die Zucht von "Mischlingen" in einem kontrollierten, fachlich fundiertem  und seriösen Rahmen ermöglichen. Es spricht nichts gegen die Zucht von Rassehunden. Allerdings sollten diese nicht glorifiziert werden, während Mischlingshunde seitens der Zuchtverbände in eine Grauzone gedrängt werden in welcher es keinen Zugang zur fachkompetenten Zucht gibt. Auch manch ein Zuchtziel sollte seitens der Verbände dringend überdacht werden - stets es doch häufig im direkten Widerspruch zur wahrlich verantwortungsvoller Zucht.

Wer Hunde "fortpflanzt" hat  eine Verantwortung zu tragen. Einerseits gegenüber dem Käufer / zukünftigen Halter, der es verdient ein gesundes, vitales und wesenstarkes Tier zu erhalten. Andererseits und vor allem aber gegenüber dem Geschöpft Hund für welches er Verantwortung übernommen hat.  Spricht man über verantwortungsvolle Zucht, so kann es nur ein einziges oberstes Zuchtziel geben, welchem sich alle anderen Zuchtwünsche unterzuordnen haben: GESUNDHEIT des Hundes.  Obgleich selbstverständlich auch kranke Hunde ein möglichst schönes Leben verdient haben, so ist es unfair und unverantwortlich bewusst kranke Hunde zur Zucht zuzulassen oder mögliche Erkrankungen in Kauf zu nehmen. Ganz gleich ob man in einem Verband oder ohne züchten möchte.

Setzt man Gesundheit des Hundes als oberstes Zuchtziel fest, so kommt man um eine Menge Fachkenntnisse nicht herum. Sowohl genetische als auch tiermedizinische Grundkenntnisse und deren Umsetzung sowie Kontrolle über Generationen hinweg sind zwingende Voraussetzung um geeignete Hunde auswählen und damit gesunde Hunde züchten zu können. Allein aus der Tatsache heraus, dass es eine Vielzahl von genetisch bedingten Erkrankungen  gibt, die weitergegeben werden können ohne dass die Elterntiere selbst erkrankt sein müssen.

Eine verantwortungsvolle Zucht setzt daher immer stetige Fortbildungen, zahlreiche medizinische Untersuchungen der Zuchttiere über Generationen hinweg sowie eine lange und umfangreiche Betreuung der Elterntiere, Welpen und deren zukünftigen Besitzer voraus.

Selbstverständlich ist meine Ausführung unvollständig. Selbstverständlich können müssen und dürfen noch andere Aspekte wie Wesensfestigkeit, Triebigkeit etc  eine Rolle spielen und Berücksichtigung finden. Optik hingegen sollte an allerletzter Stelle Berücksichtigung finden und sich stets an den vorrangigen Zuchtzielen orientieren Die Gesundheit unserer Tiere sollte  oberstes Gebot sein. Völlig unabhängig davon  ob man nun im Zuchtverein oder ohne züchten möchten.

Ich bin noch die Antwort auf die Frage schuldig  geblieben worin sich Hundezüchter und Vermehrer unterscheiden. Ganz einfach: Alle Menschen welche ihr Handeln nach den obigen Ausführungen ausrichten und all den Aufwand, Kosten und mühevolle Selbstdisziplin auf sich nehmen, um einem gesunden, wesensfesten Welpen das Leben zu schenken sind Züchter. Ihnen gebürt die Ehre.

Alle anderen sind verantwortungslose Vermehrer und sollten keine Hunde halten dürfen. Ganz unabhängig von Verbandszugehörigkeit und Rasselisten.

 

 

 

 

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